Die Asiatische Hornisse hat Hessen erreicht

Asiatische Hornisse (Vespa velutina Nigrithorax)
Asiatische Hornisse (Vespa velutina Nigrithorax)
Foto: Muséum de Toulouse

Von Frankreich kommend ist die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) nun erstmals in Lorsch gesichtet worden. Damit ist eine weitere invasive Tierart aufgrund der veränderten Klimabedingungen hier eingewandert.

Imker f√ľrchten, dass sich die gewandten Insektenj√§ger vor allem an Bienenst√∂cken g√ľtlich tun. Erfahrungen aus Asien legen das nahe, da die Hornisse dort eingef√ľhrte Honigbienenv√∂lker bis zum Zusammenbruch schr√∂pfen kann. Auch in Frankreich beklagen Imker Bienenverluste. Fachleute bezweifeln allerdings, dass die Verluste wirklich allein der Bejagung durch die Hornisse zuzuschieben sind. So werden nun die deutschen Imker sich bald selbst √ľberzeugen k√∂nnen, ob und wie problematisch dieser Neub√ľrger tats√§chlich ist.“ so kommentiert der NABU die Sichtung.
Der „Hornissenschutz in der Schweiz“ jedoch beschwichtigt, „Die Asiatische Hornisse fliege keine koordinierten Angriffe auf Honigbienenv√∂lker und sei daher nicht mit der Japanischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) gleichzusetzen! Honigbienen geh√∂ren wohl auf den Speiseplan, jedoch nicht zur Hauptnahrung und machen nur etwa 1/3 aller Beuteinsekten aus.“.

Europäische Hornisse (Vespa Crabro)
Europäische Hornisse (Vespa Crabro)
Fotograf: R. Altenkamp, Berlin

Wie sich die Asiatische Hornisse bei uns einleben und behaupten wird, bleibt abzuwarten. Und auch wie die heimische Hornisse mit dieser bei uns neuen Art zurecht kommt und umgekehrt werden wir sehen.

Das f√ľr das Monitoring invasiver Arten zust√§ndige Hessische Landesamt f√ľr Naturschutz,
Umwelt und Geologie (HLNUG) hat deshalb ein Meldeportal eingerichtet. Dort k√∂nnen B√ľrgerinnen
und B√ľrger ohne Registrierung oder Anmeldung eine Fundmeldung weitergeben und
damit dazu beitragen, die Datenlage zur Asiatischen Hornisse zu verbessern. Die Asiatische Hornisse gilt gem√§√ü den Verordnungen (EU) Nr. 1143/2014 und Nr. 2016/1141 als invasive gebietsfremde Art von unionsweiter Bedeutung. Da diese Art in Hessen nun erstmalig auftritt, sind durch die zust√§ndige Beh√∂rde innerhalb gewisser Fristen Ma√ünahmen gegen die Art zu ergreifen. Hierf√ľr ist die Lokalisierung des Nest von entscheidender Bedeutung, da nur durch die Nestbeseitigung eine vollst√§ndige und dauerhafte Beseitigung gelingt.¬†Das HLNUG¬†wertet die Meldungen aus und speichert sie in der hessischen Biodiversit√§tsdatenbank. Auf¬†der Meldeseite gibt es auch zahlreiche weitere Informationen zur Asiatischen Hornisse wie¬†zum Beispiel dazu, wie sie sich von der europ√§ischen Hornisse unterscheidet.¬†Webadresse, um Sichtungen der Asiatischen Hornisse zu melden: https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/hornisse.html

Unterschiede Asiatische Hornisse (Vespa Velutina, links) und einheimische Hornisse (Vespa Crabro, rechts)
Unterschiede Asiatische Hornisse (Vespa Velutina, links) und Europäische Hornisse (Vespa Crabro, rechts)
Copyright: Lisa Schwarz, im Auftrag des HLNUG

Und um es abschlie√üend noch einmal deutlich zu sagen: f√ľr den Menschen ist die Asiatische Hornisse genauso ungef√§hrlich wie ihre einheimischen Verwandten. Das Ger√ľcht, dass sieben Hornissenstiche einen Menschen t√∂ten k√∂nnten, h√§lt sich zwar hartn√§ckig ist aber falsch.¬†Das (asiatische oder einheimische) Hornissengift ist weniger toxisch als das Gift von Honigbienen oder anderen Faltenwespen. Allerdings kann der Stich schmerzhafter ausfallen, da das Gift der Europ√§ischen Hornisse die Komponente Acetylcholin enth√§lt und der Stachel bis zu 6 mm lang werden kann.

Weiterf√ľhrende Links zur Asiatischen Hornisse:

 
 
Quellen: Landesverband Hessischer Imker e.V., Hessisches Landesamt f√ľr Naturschutz, Umwelt und Geologie, Naturschutzbund Deutschland e.V., NABU Landesverband Baden-W√ľrttemberg e. V., Hornissenschutz in der Schweiz, Hans Alles

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